Tauche ein in Oli's Welt ... Discover Kassandera

Die Phoenixkönigin

Sich ein Bild machen. Sich in die Geschichte einlesen.
Wir werden hier immer wieder andere Textausschnitte und Illustrationen zeigen.
Um euch neugierig auf das Buch zu machen. Viel Freude!


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Kaprikibaum:
Die Frucht wie ein Stern.


Kaprikibaum

Stäbe:
Insignien der Macht.


Staebe als Insignien der Macht
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Jarkan:
Eine Hand wäscht die andere.


"Ich sagte doch, keine Störungen, Semna."
"Es ist nicht dein Leibdiener, Jarkan, du könntest Semna aber gleich rufen und einen Krug Wasser bringen lassen. Es ist fürchterlich heiss draussen."
Vor dem Händler stand ein junger Mann mit weiten grauen Hosen und einem sandfarbenen Mantel und grinste ihn unverschämt an.
"Wer hat dich hereingelassen, Kerl?" Jarkan war aufgesprungen, die Hand bereits am Knauf eines Schlagstocks, der auf der Tischplatte vor ihm lag und der sonst eher dazu diente, nach Bediensteten geworfen zu werden. Der offensichtlich unbewaffnete Unbekannte ignorierte den Stock schlichtweg, ging ungebeten zu einem Stuhl auf der gegenüberliegenden Seite des Schreibtischs, wischte achtlos einige Papiere von der Sitzfläche und setzte sich.
"Die Köchin war's. Kommt jetzt der Krug Wasser? Ich verdurste."

Der Blick des Fremden schweifte beiläufig aus dem Fenster und über das Treiben am Hafen, ohne weiter auf den wütenden Händler zu achten. Jarkan von den Glocken hatte als Kapitän auf einem Schiff gedient. Er hatte gegen Piraten, Untiefen, Aberglauben und sogar gegen eine Chimäre gekämpft und niemals nachgegeben, niemals. Aber nun wurde er von der entwaffnenden Dreistigkeit eines jungen Mannes in seinem eigenen Arbeitszimmer überfahren. Dies musste der Mann sein, der ihm in den letzten Tagen so in die Hände gespielt hatte. Dem Händler blieb nichts anderes übrig, er rief nach Semna und orderte einen Krug Wasser mit einem Becher, dann setzte er sich zurück auf seinen Stuhl und starrte den dreisten Jungen finster an. Lange sagte niemand etwas. Der Händler beobachtete den Fremden, wie dieser seinen Blick verträumt über den Hafen schweifen liess. Die gedämpften Rufe der Arbeiter und die Schreie der Möwen brandeten durch das Fenster in die Stille des Zimmers wie Wellen auf ein Riff.
"Du bist der Fremde, der meinem Sohn Gewürzwein spendierte, oder?", unterbrach Jarkan schliesslich genervt die Stille.
"Ich bin auch derjenige, der den Zwist mit deinem Bruder beendete, und ich werde noch mehr für dich tun, Jarkan von den Glocken."
"Wer bist du?", fragte der Händler misstrauisch.
"Spielt es denn eine Rolle? Alles, was geschehen ist, fand zu deinen Gunsten statt." Valeno überlegte kurz und grinste dann. "Nun, sagen wir, das Meiste."
"Und du kannst noch mehr zu meinen Gunsten tun?", fragte Jarkan.
"Ich? Ich bringe nur auf den Weg, was sowieso geschehen soll, mein Freund."

Wie auf ein Zeichen trat der alte Diener beinahe lautlos, auf einem Tablett aus dunklem Holz einen kunstvoll filigranen tönernen Krug und einen Becher aus dem gleichen Material balancierend, in das Arbeitszimmer.
Ein Lächeln umspielte die schmalen Lippen des Händlers. "Du bist ein Kausalit. Im Interesse eures Ordens zu stehen, bedeutet niemals etwas Gutes. Jedenfalls nicht für meine Berufsgattung."
Valeno griff nach dem Krug, kaum hatte ihn Semna auf einen Beistelltisch gestellt, und schenkte sich grosszügig Wasser ein. Nachdem er einige Schlucke genommen hatte, antwortete er: "So feindselig ist die Dankbarkeit desjenigen, der begünstigt wurde? Es wird weitergehen zu deinen Gunsten, dessen sei dir sicher. Einmal ist schliesslich keinmal. Alles, was ich dafür will, ist einen Gefallen."
Jarkan lehnte sich bedächtig zurück, lächelte jovial und fuhr mit der Hand durch seinen Bart. Die Verhandlungen hatten also bereits begonnen. "Und was wünscht der junge Glücksbote? Reichtümer, Frauen oder ein Schiff, um die Welt zu besegeln?"
All dies wäre ein kleiner Preis für den Reichtum, den er durch die neuen Beziehungen schon jetzt in seinen Taschen wähnte.


"zehn von zwölf"

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Kassandera:
Glühende Erde. Karges Leben.


Natur wild und pur Trockene Felder, wenig Bäume Trockenes Land, wenig Grün Stadt auf dem Hügel auf Fels gebaut Weiter Blick über die Ebene Rares Wölklein über dem Lavendel Anis Blüten wie Sterne Anis am Wegesrand Holzfeuer ist Schutz, ist Wärme Ein Dach über dem Kopf Schatten am Teich Flora im Wasser

oliver@kettiger.eu

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